Interkulturelle Gesundheistförderung
„Gemeinsam Gesund. ein integratives Gesundheitsförderungsprojekt in Schallmoos und Hallein“
Ausgangssituation:

Die derzeitigen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und -vorsorge erreichen nur selten die Bevölkerungsgruppe der MigrantInnen und sozial Benachteiligten. Verschiedene Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass diese Menschen häufig keinen Zugang zu Gesundheitsinformationen und Gesundheitsangeboten finden. Die Gründe hierfür sind sehr unterschiedlich: sprachliche, kulturelle, rechtliche und soziale Barrieren, die fehlende Kenntnis über das österreichische Gesundheits- bzw. Versorgungssystem und den Leistungen des Gesundheitswesens sowie Erfahrungen mit Diskriminierung etc. Aufgrund der Ausprägung unterschiedlicher Gesundheitsprobleme gerade in diesen Gruppen wären sensible Informationen, Beratung und konkrete Hilfe für sie allerdings besonders wichtig.

Das Land Salzburg hat sich deshalb bereit erklärt, einen Projektfördertopf für die Durchführung von gesundheitsförderlichen Angeboten speziell für MigrantInnen und sozial benachteiligten Personen zur Verfügung zu stellen. Entsprechend der Prioritätensetzung für Gesundheit im Integrationskonzept des Landes, soll gezielt für die Gesundheit der beiden Zielgruppen gearbeitet werden.

Das Projekt „Gemeinsam gesund.“ wurde im Sommer 2009 gestartet – die Projektlaufzeit wurde auf zwei Jahre festgelegt. Die im Projektzeitraum gesammelten Erfahrungen sollen in der Folge auf das gesamte Bundesland ausgedehnt werden und die Grundlage für eine langfristige Gesundheitsarbeit für MigrantInnen und sozial Benachteiligte im Bundesland Salzburg bilden. Weiters sollen die Strukturen und Maßnahmen über das Projektende hinaus fortbestehen und das Thema weitreichend in der Gemeinde bzw. dem Stadtteil verankert sein.

Zielgruppe und Settings:

Mit den unterschiedlichen Maßnahmen und Projekten sollen in erster Linie die in den ausgewählten Communities lebenden Menschen der Stadt Salzburg und Hallein mit Migrationshintergrund und sozialer Benachteiligung erreicht werden. Da in der sozialen Integration eine wesentliche Voraussetzung für die Gesundheit gesehen wird, erstrecken sich die gesundheitsfördernden Aktivitäten auf alle im Setting lebenden und arbeitenden Menschen.

Jede Bewohnerin, jeder Bewohner ist zur Mitwirkung eingeladen, wobei der Fokus auf sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten liegt. Denn besonders bei einkommensschwachen und bildungsfernen Zielgruppen sind gesundheitliche Probleme oft stark ausgeprägt.

Projektverlauf:

Im Rahmen des Projektes soll auf vier wesentlichen Ebenen gearbeitet werden:

  • Entwicklung gesundheitsfördernder Angebote
  • Aufbau von Vernetzungsstrukturen in den Settings (Stadtteil Schallmoos und Stadt Hallein)
  • Soziale Mobilisierung von Menschen
  • Entwicklung persönlicher Kompetenzen

In den zwei Jahren wird im Stadtteil Schallmoos und in der Stadt Hallein gezielt mit und für Menschen mit Migrationshintergrund und sozial Benachteiligten gearbeitet. Dabei sollen entsprechend dem Zugang der Gesundheitsförderung die Erwartungen und Bedürfnisse der Zielgruppe im Mittelpunkt stehen. Diese werden mit ihnen erarbeitet; sie sollen gestärkt werden, die bestehenden Gesundheitsangebote zu nutzen und bestehende Defizite aufzuzeigen und Lösungen zu entwickeln. Über die Entwicklung und Realisierung von Projekten erfolgt die Umsetzungsarbeit.

Über eine Begleiterin und über Verbindungsfrauen/-männer erfolgt die Kommunikation. Im jeweiligen Setting wurde weiters eine Arbeitsgruppe installiert, in der alle wesentlichen Schlüsselpersonen vertreten sind und interessierte MigrantInnen aktiv mitarbeiten können. Die Arbeitsgruppe ist im Laufe des Projektes für die Gesundheitsaktivitäten im Setting zuständig. Die Grundlage für die einzelnen Projekte sind die Ergebnisse aus der Gesundheitsbefragung.

Die Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche der Zielgruppe wurden am Beginn des Projektes mithilfe einer Gesundheitsbefragung erhoben. Diese wurde gezielt in einzelnen Stadtteilen von Hallein und Schallmoos durchgeführt, um die Zielgruppe zu erreichen.

Zurzeit laufen schon zahlreiche Kleinprojekte in den beiden Settings, wie beispielsweise Vortragsreihen speziell für junge türkische Frauen, Kochkurse für sozial Benachteiligte, Schwimmkurse für muslimische Frauen, zahlreiche Projekte an Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund etc.

BEGLEITUNG VOR ORT
  • AVOS unterstützt die Arbeitsgruppen fachlich, beispielsweise bei der Organisation von Veranstaltungen oder bei der Suche nach Referenten für Vorträge oder Workshops
  • AVOS organisiert Arbeitsgruppentreffen zum Erfahrungsaustausch untereinander und zur Vernetzung
  • AVOS hilft mit Ideen oder Anregungen zu Veranstaltungen
  • AVOS hilft vor Ort bei Treffen, Veranstaltungen und Aktionen
Ärztliche Leitung:

Dr. Mustafa Tama

AVOS-Ansprechpartnerinnen

Mag. Maria Pramhas

Alexandra Pongratz, BA