Eltern als Botschafter - für Kindersicherheit
Neues Salzburger Projekt zur Unfallverhütung

Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendchirurgie betonen immer wieder, dass viel zu viele unnötige Unfälle passieren. Alljährlich sind das tausende Kinder und Jugendliche, denen Leid und Schmerzen erspart blieben, wenn diese Unglücksfälle weniger schwer ausfallen oder gar verhindert würden.

  • Kinder bis 14 sind mit 21 % aller Unfälle bei 17 % Bevölkerungsanteil einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt.
  • An der Universitätsklinik für Kinderchirurgie wurden im Jahr 2008 4.960 Kinder ambulant und 800 Kinder stationär nach einem Unfall versorgt.
  • Kinder bis zu 4 Jahren weisen das höchste Unfallrisiko (was die Häufigkeit aber auch Schwere betrifft) auf. Die Unfälle ereignen sich meistens in eigenem Zuhause , die häufigste Unfallart ist der Sturz. Bei Kleinkindern stehen Kopfverletzungen im Vordergrund.
  • Die 5- bis 9-jährigen Kinder verletzen sich (aufgrund ihrer psychischen und physischen Entwicklung) beim Spielen, beim Sport oder am Schulweg .
  • Ab dem 10. Lebensjahr steigt die Unfallbelastung durch eine gesteigerte Verkehrsteilnahme und verstärkte Sportausübung an.

Diese Überlegungen waren für Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Salzburg, die Grundlage, um in Zusammenarbeit mit AVOS – Arbeitskreis für Vorsorgemedizin Salzburg, ein Projekt zur nachhaltigen Unfallverhütung zu entwickeln.

Unfälle sind keine Schicksalshaften Ereignisse, Unfälle haben eine Ursache und können deswegen auch verhindert werden. Um weitere Kinderunfälle zu verhindern und über effektive Unfallverhütungsmaßnahmen zu informieren, startet e an der Universitätsklinik für Kinder und Jugendchirurgie in Salzburg das vom Gesundheitsressort des Landes Salzburg finanzierte Unfallverhütungsprojekt „Eltern als Botschafter – für Kindersicherheit“.

In persönlichen Gesprächen und auf freiwilliger Basis beraten ExpertInnen die Eltern, deren Kinder sich nach einem Unfall in stationärer Behandlung befinden. Gemeinsam beleuchten sie speziell die Risikofaktoren innerhalb der Familie / des Freizeitverhaltens , und wie die Gefahren verringert bzw. verhindert werden können. Erfahrungen haben gezeigt, dass gerade nach einem Unfallereignis die Akzeptanz von Unfallverhütungstipps besonders hoch ist. Ziel des Projektes ist die Sensibilisierung der Eltern für diese Thematik und Stärkung der Eigenverantwortung bei der Unfallprävention. In weiteren Schritten werden schließlich Eltern zu BotschafterInnen/MultiplikatorInnen für Kindersicherheit in ihrem eigenen Umfeld (Kindergarten, Schule, Familie, Freunde,…) und tragen somit die Informationen aus dem Krankenhaus hinaus.

OA Dr. Jan Bauer und Dr. Monika Bauer, arbeiten im Team von Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl an diesem Projekt mit. Dr. Monika Bauer führt die Beratungsgespräche, beantwortet alle Fragen und gibt wertvolle Tipps, einfach umsetzbar in der täglichen Praxis:

Die Angaben der Eltern über den Unfallhergang werden darüber hinaus (anonymisiert) in einer Unfalldatenbank der Universitätsklinik für Kinder und Jugendchirurgie erfasst und für die Entwicklung von Unfallverhütungsmaßnahmen verwendet.

ÄRZTLICHE LEITUNG:

Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Salzburg

AVOS – ANSPRECHPARTNERIN:
Mag. Maria Pramhas
0662/887588-0